Der Nikolaus braucht gute Taten

Der Nikolaus braucht gute Taten

"Von Bürgern für einen Bürger" heißt das Motto einer Initiative zur Restaurierung des
unansehnlich gewordenen Nikolausbrunnens.

  1. Der Zahn der Zeit, Wetter und Autoabgase nagen deutlich am
    Nikolausbrunnen. Foto: Bernd Fackler

  2. Hier der Nikolausbrunnen – damals noch mit schönem Blumenschmuck – in den
    1950er Jahren, als um den Brunnen herum der Nikolausplatz mehr und mehr zu
    einem Parkplatz wurde. Foto: Archiv Karl Gysler/Thomas Landwehr

  3. Der Zahn der Zeit, Wetter und Autoabgase nagen deutlich am Nikolausbrunnen
    Foto: Bernd Fackler

  4. Hier der Nikolausbrunnen – damals noch mit schönem Blumenschmuck – in den
    1950er Jahren, als um den Brunnen herum der Nikolausplatz mehr und mehr zu
    einem Parkplatz wurde. Foto: Archiv Karl Gysler/Thomas Landwehr

 

ELZACH. Er ist höchstwahrscheinlich der älteste und wohl der bedeutendste Brunnen
in Elzach, denn auf ihm thront der Kirchen- und Stadtpatron und ihm gegenüber befand
sich jahrhundertelang, bis 1909, das Rathaus: Der Nikolausbrunnen auf dem Nikolausplatz.
Im Lauf der Zeit ist er wenig ansehnlich geworden, weshalb sich nun eine "Initiative
Nikolausbrunnen" gegründet hat. Ihr durchaus ehrgeiziges Ziel: Bis zum Patrozinium am
6. Dezember soll der Brunnen restauriert sein und wieder in altem, neuen Glanz erstrahlen.

Zwei Anlässe sind es, die den letzten Anstoß gaben, dass sich eine solche Initiative
gründete: Zum einen die Versetzung des Schuttigbrunnens an den Bärenplatz, die mit einer
gelungen Sanierung einherging und den Kontrast zum nun fast benachbarten alten
Nikolausbrunnen ganz deutlich machte. Und zum zweiten der Endspurt beim
Umgehungsstraßenbau (siehe Bericht Seite 21), denn erst wenn der Durchgangsverkehr
mit den vielen Lastwagen aus dem "Städtli" weg ist, lässt sich drin vernünftig was realisieren.

"Von Bürgern für Bürger" lautet die Devise des Projekts, denn: "Der Nikolausbrunnen in
zentralster Lage und der Nikolaus als Wahrzeichen der Stadt und der Pfarrgemeinde ist
eine wichtige Figur in Elzach und in aller Munde. Ja, man kann sagen, er ist ein Bürger
unserer Stadt". Ziel der Initiative und ihres Projekts ist es deshalb, mit Spenden und
Aktionen die Restaurierung des Brunnens zu finanzieren. Es soll sich zeigen, dass Bürger,
Gewerbetreibende und andere Personen für "ihren Bürger Nikolaus" aktiv sind.

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Die Kosten für eine Brunnensanierung werden laut Initiative vom Bauamt mit circa
22 000 Euro beziffert. Die ersten Spenden (1400 Euro) wurden bereits bei der Elzacher
Bürgerreise im Dezember 2011 nach Demre (auf dem Boden des antiken Myra, also
bekanntlich dem Wirkungsort des "echten" Bischofs Nikolaus) unter den
Reiseteilnehmern gesammelt.

Das Projektteam besteht aus Bernd Hechinger, Ulrich Volk, Matthias Hirschbolz, Heinrich
Gebelein, Erika Hofmaier und Michaela Becherer. Kräftig unterstützt wird die Sache vom
Heimatgeschichtlichen Arbeitskreis, vom Gewerbeverein und als zuständiger, kompetenter
kommunalpolitischer Partner ist der Stadtentwicklungsausschuss mit dabei.

Ein Großteil der genannten Summe soll über Spenden und Aktionen erwirtschaftet werden,
damit die Stadtkasse möglichst wenig belastet werden muss. "Mit der Fertigstellung der
Umgehunggstraße kommt der Innenstadt besondere Bedeutung zu. Nun ist die Zeit,
deren weitere positive Entwicklung einzuläuten: Erste Schritte wurden mit der Verlegung
des Schuttigbrunnens und der Neugestaltung von Bärenplatz und Gerbegasse gemacht",
meinen die Nikolausbrunnen-Initiatoren. Im Lauf dieses Jahres sind somit verschiedene
Aktionen geplant, von kleinen wie Kuchenverkauf bis zu größeren, zum Beispiel
Spendensammlungen, ein "Nikolausplatzfest", ein Kirchenkonzert, ein "Nikolauskalender",
eine "Brunnenwanderung" oder möglicherweise eine Aktion beim Elzacher Stadtfest
Ende August und eine Weihnachtsaktion zusammen mit dem Gewerbeverein.

Alleine schon wegen der Symbolkraft als Elzacher Patron ist die Angelegenheit sicherlich
alle Anstrengungen und Unterstützung wert. Ebenso aufgrund der Tradition und
Geschichte des Brunnens. Ob er schon seit der Verleihung des Stadtrechts (1275) oder
gar der ersten Erwähnung Elzachs (1178) im "Städtli" steht, ist nicht dokumentiert.
Mindestens seit 1620, also fast 400 Jahre, hat er aber seinen Platz mitten im Ort, wie
bis heute die Inschrift an der Brunnensäule zeigt. Und seine Wasserspeier sollen
sogar "Vorlage" für einen Schuttiglarventyp gewesen sein. Der Brunnen mit dem
Nikolaus darauf "erlebte"
schon viele gute und schlechte Zeiten, die schlimmsten sicherlich gleich nach 1620, als
im Dreißigjährigen Krieg auch Elzach in Schutt und Asche sank. Bis 1929 stand sein
ackteckiges Becken übrigens auf ebener Erde, seither gibt es den dreistufigen Aufgang.

Erst zu Elzachs 800-Jahrfeier 1978 übrigens wurde die Original-Brunnenfigur (sie steht
seither in der Heimatkundlichen Sammlung der Stadt) durch eine gelungene, von der
Münsterbauhütte Freiburg geschaffene Sandsteinkopie ersetzt. Dass diese schon
nach 43 Jahren, wie auch der Brunnen, so Co2-geschwärzt ist, zeigt einmal mehr
die Auswirkungen des starken Straßenverkehrs in Elzach.

Weitere Info, Spendenkonto: Ein Spendenkonto ist eingerichtet bei der
Volksbank Breisgau Nord eG (BLZ 680 920 00), Konto-Nummer 2609184038.

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