Der ungerechte Stadthalter
I

Der ungerechte Stadthalter

 
 
 
 

Einst hatte der Stadthalter von Myra Bestechungsgelder angenommen und befohlen, drei Bürger der Stadt durch das Schwert töten zu lassen. Bischof Nikolaus wurde von einer Reise eilig zurückgerufen, um den ungerecht Verurteilten zu helfen. Doch diese waren bereits auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte. Schnell lief der Bischof hin. Der Scharfrichter hielt sein Schwert schon in der Hand. Nikolaus sprang zu ihm hinauf, entriss ihm das Schwert und schleuderte es weit fort. Er befreite die Gefangenen und brachte sie in die Stadt zurück.

Ich bin bereit, an Stelle der Unschuldigen zu sterben, rief er. Keiner wagte es, ihm entgegen zu treten.

Nun eilte der Bischof zum Stadthalter und pochte an dessen Tor. Dieser kam heraus und begrüßte ihn mit einem Kniefall. Doch Nikolaus sagte wütend: „Obwohl du Unschuldige töten lässt, kommst du mir unter die Augen! Ich werde deine Verbrechen dem Kaiser melden!

Da flehte der Stadthalter den Bischof an: Nicht ich bin schuldig, sondern meine Beamten, die eine falsche Anklage erhoben haben.

Doch Nikolaus erwiderte: Nichts davon! Zweihundert Goldpfund hast du angenommen, um dafür diese drei Männer gemein zu beseitigen. Und er brachte den Stadthalter dazu, seine Schuld einzugestehen und das Recht wiederherzustellen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der Tag naht ...